Statement der Teilnehmer*innen der UNIDAS Frauenkonferenz 2020 zu Terre des Femmes e.V.

Statement der Teilnehmer*innen der UNIDAS Frauenkonferenz 2020 zu Terre des Femmes e.V.

Wir, die hier unterzeichnenden Teilnehmer*innen der Unidas Frauenkonferenz, danken den Organisator*innen, die uns zusammengebracht und die Möglichkeit geboten haben, uns über unsere theoretische und praktische Arbeit auszutauschen.

Wir stehen für einen Feminismus, der Inklusion, Freiheit und Selbstbestimmung vertritt und verteidigt. Wir sind Frauen und nicht-binäre Personen, die sich solidarisch und auf Augenhöhe gegen das patriarchale System stellen, die Gewalt, Ausbeutung, Unterdrückung, Diskriminierung und Ausschlüsse verhindern und bekämpfen möchten. Wir wehren uns dagegen, dass im Namen des Feminismus Menschen isoliert und weiter marginalisiert werden sollen. Wir möchten nicht, dass Frausein auf körperliche Merkmale reduziert und somit auf essentialistische Eigenschaften und Beschaffenheiten zurückgeführt wird.

Leider hat Unidas die Organisation Terre des Femmes e.V. (TdF) eingeladen und mehrfach an prominenter Stelle lobend erwähnt. TdF und führende Mitfrauen des Vereins fallen seit einigen Jahren vermehrt durch genau solche Ausschlüsse mit  trans-, islam- und sexarbeitsfeindlichen Positionen, Kommentaren und Aktionen auf.

Folgende Positionen von Terre des Femmes e.V. lehnen wir explizit ab:

  1.     ein Sexkaufverbot
  2.     ein Kopftuchverbot für Minderjährige
  3.     die trans* Personen diskriminierende und wissenschaftlich nicht haltbare Kritik am Gesetzentwurf für das Verbot von Konversionstherapien (unter anderem durch beide Vorsitzenden von TdF)
  4.     eine essentialistische Vorstellung von Geschlecht, wie sie in der Satzung des Vereins und durch die Vorsitzende Inge Bell unmissverständlich geäußert wird und sich auch in der Ablehnung von geschlechtergerechter Sprache manifestiert.

Aus diesen Gründen möchten wir uns von der im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung erwähnten sowie auf der Website der Konferenz aufgeführten Organisation TdF distanzieren. Wir möchten mit TdF nicht in Verbindung gebracht werden, da der Verein Positionen vertritt, die mit unserer Vorstellung eines solidarischen Feminismus unvereinbar sind.

Mit diesem Statement möchten wir auch zu mehr Sensibilität im Umgang mit diskriminierten und marginalisierten Gruppen aufrufen und an die Veranstalter*innen appellieren, in Zukunft mit Bedacht zu planen, damit alle Eingeladenen sich sicher und respektiert fühlen können.

Unterzeichner:innen

Stefanie Lohaus
Simin Jawabreh
Sharon Adler
Seyda Kurt
Ruby Rebelde
Pune Ivaki
Phenix Kühnert
Pauline Brünger
Nina Martin
Moshtari Hilal
Dr. Mithu M. Sanyal
Miriam Yosef
Dr. Michaela Dudley
Matin Soofipour Omam
Maja Bogojević
Mariam Al-Jwari
Madita Oeming
Lucia Mair
Louise Baumann
Leri Matehha
Kathrin Mahler Walther
Ina Holev
Floria Moghimi
Felicia Ewert
Fatima Khan
Asha Hedayati
Asal Dardan

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